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Wozu ein Kompetenzzentrum interkulturelle Öffnung?

Die Notwendigkeit, dass die SAJV interkulturelle Öffnung als eine ihrer zentralen Dachverbandsaufgaben wahrnimmt, ist sowohl von der Basis als auch von den gesellschaftlichen Entwicklungen gegeben.

Mit dem Kompetenzzentrum bekundet die SAJV ihre klare Absicht, sich der interkulturellen Öffnung längerfristig zu widmen und somit ein klares Zeichen für die interkulturelle Orientierung und somit zur Chancengleichheit zu setzen. Mit dem Kompetenzzentrum nimmt die SAJV also mehr eine Verantwortung wahr, als dass schnelle Erfolge erwartet werden.

Ausgangslage

Rund ein Drittel der in der Schweiz lebenden Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund, knapp ein Viertel der unter 25-Jährigen hat keinen Schweizer Pass. Überwiegend sind diese Jugendlichen hier geboren und fühlen sich zu Hause, sehen ihre Zukunft in der Schweiz. Doch nach wie vor ist ihre Chancengleichheit nicht gegeben, weder in der Schule, noch später im Beruf. Würde es den Verbänden gelingen, diese Kinder und Jugendlichen zu erreichen, so würde dies den Migrantenkindern mit Sicherheit zu besseren Chancen und den Schweizer Kindern zu einer Erweiterung des Horizontes verhelfen. [1] Die Zahlen zeigen einen Trend in die gegenseitige Richtung; in Jugendverbänden sind vor allem Schweizer Mittelschichtkinder/Jugendliche tätig. Diesen Kindern und Jugendlichen ausländischer Herkunft soll der Zugang zu den Jugendverbänden, einem Setting, das nachweislich zur Gesundheitsförderung und non-formalen Bildung beiträgt, erleichtert werden.[2] Auf diese Weise werden deren Chancen im Hinblick auf Bildung und Gesundheit, Partizipation und soziale Netzwerkbildung erhöht. Diese erhöhten Lebenschancen stärken die gesellschaftliche und ökonomische Position von MigrantInnen, wenn diese erwachsen geworden sind, in der Schweiz und erhöhen damit die soziale Kohäsion.

Die SAJV und ihre Mitgliederorganisationen, die Kinder- und Jugendverbände, verstehen sich als sozial engagierte Organisationen, die Verantwortung übernehmen für ein funktionierendes Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Sie stehen in der Regel allen Kindern und Jugendlichen offen und leisten einen aktiven Beitrag zu deren gesunder Persönlichkeitsentwicklung. Diese Werte zu leben bedeutet, auch im Hinblick auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Verantwortung zu übernehmen und entsprechend aktiv zu werden.

Viele Jugendverbände erkennen den Handlungsbedarf und stehen dem Thema der interkulturellen Öffnung an sich positiv gegenüber. Einige Mitgliederorganisationen der SAJV haben in den letzten Jahren Gehversuche zur interkulturellen Öffnung ihrer Organisation oder Teilen davon sowie zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in ihre Strukturen gemacht. Einige davon wurden als erfolgreich, andere als weniger erfolgreich evaluiert. Um dieses äusserst komplexe Thema professionell anzugehen, braucht es viel an Fachwissen und Ressourcen.

[1] Siehe: terra cognita, 16/2010, „Wollen wir uns öffnen oder doch lieber unter uns bleiben?“, Bruno Rütsche,Fabia.

[2] Siehe.: „Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement. Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter“. Wiebken Düx, Gerald Prein, Erich Sass, Claus J.Tully. Wiesbaden, 2008. Seite 273.

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